„Du musst bloß dies und das tun und dann hast du das Leben, was du dir immer gewünscht hast!“ tönen wir alle. „Dann hast du diese Probleme nicht mehr und kannst endlich loslegen!“
Eins habe ich gelernt, nämlich dass spätestens an dieser Stelle eine Blockade auftaucht, die nur vorhanden ist, weil sie etwas versteckt: In den seltensten Fällen weiß man „wirklich“, welches Leben man möchte und wie es „wirklich“ aussehen würde. Welche Opfer es mit sich bringt, wissen wir erst, wenn wir mittendrin sind. Wie es sich anfühlt, wie großartig und frei, wissen wir auch erst dann. Bis dahin aber denken wir nur, dass dieses Traumleben das Nullplusultra wäre. Wir denken, es wäre der Hammer, aber sehen nicht, welche Kehrseiten es mit sich bringen würde. Alles bringt Gutes und Schlechtes, fordert Opfer und könnte einen zwingen, etwas oder jemanden loszulassen, allem voran unsere ureigenen Ängste.
Mein Traum seit meiner Kindheit ist es, in einem Haus am Meer zu leben. Aber ich habe bislang das Geld dafür nicht verdient, weil es hier in Berlin kein Meer gibt. Ich müsste also umziehen, sehr wahrscheinlich weit weg, ins Ausland. Das würde fordern, dass ich meine Familie und Freunde zurücklasse. Und die mag ich echt gern – zu gern, um einfach mal eben reich zu werden und Adieu zu sagen, nur um dann mutterseelenallein irgendwo in meinem Haus am Meer zu leben.
Das ist für mich die Wahrheit hinter dem Sprichwort: „Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünschst. Es könnte wahr werden.“ Aber trotzdem ist Träumen als Prozess schön.
Welchen Traum hast du?
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